Zeiten des Sturms

Dieses Gefühl...

Die Sonne wärmte angenehm ihr Gesicht, während die Luft erfüllt war vom Zwitschern der Vögel, dem Knarzen des Wagens, der sich bewegenden Leder des Zaumzeugs und des Schnaubens des Ochsens.

Sie lächelte. So vertraut waren ihr die Geräusche, dass sie sich nicht wundern würde, wäre sie zuhause.

Ein tiefer Atemzug  verriet ihr die Unterschiede. Auch wenn vieles ähnlich roch, so vermisste sie doch sehr den Duft einiger Blumen und Bäume die sie in ihrer Heimat im Wald begleiteten.

Ein weiterer tiefer Atemzug brachte Ruhe in ihre Gedanken.

Sie konzentrierte sich auf das leise Gespräch ihrer hinter dem Wagen her schlendernden Begleiter.  Das Plätschern ihrer Stimmen halfen ihr sich tiefer in die Ruhe hinab zu senken um das Gefühl das sie seit einiger Zeit begleitete tiefer ein zu betten in ihr Chi und ihren inneren Kreis.

Sie war immer noch nicht sicher wie sie mit ihm umgehen solle, war es manchmal so mächtig wie Lucaitas Sturm am Strand und manchmal so sanft wie der von Shaxins Hand zu Boden tanzende Sand.

Einatmen, ausatmen.

Heute war es wie ein kleines Feuer, lodernd im Dunkel aber mit Leichtigkeit ein zu kreisen und zu bändigen so dass es nicht mehr schaden konnte.

Beim nächsten Ausatmen öffnete sie langsam ihre Augen und blinzelte in die Strahlen der Sonne.

Auch wenn ihr das Bändigen des fremden Gefühls leichter fiehl, so war es ihr an manchen Tagen fast unmöglich mit seiner Intensität und dem daraus resutierenden Bedürfnis Dinge zu zerbrechen um zu gehen.

Die Vostellung Kreisläufe mit Vergnügen zu zerbrechen um daran Freude zu haben war ihr so unheimlich fremd, es erschütterte sie ein jedes mal  wenn dieses auf der Insel geborene Gefühl in ihre Gedanken und ihr Herz schlich. Sie zöge es vor ihren  Blick ab zu wenden, war sich der Macht des Gefühls jedoch durchaus bewusst und wie es wachsen würde, würde es ignoriet werden. 

So kämpfte sie tapfer einen jeden Morgen damit es wahr zu nehmen, an zu nehmen und ihm den Raum zu geben, den es brauchte um zu sein aber sie nicht zu verschlingen.

An jenen Tagen wo es übermächtig schien, half ihr ein gutes Training oder, jetzt wieder möglich, die Verbundenheit zur Erde.

Wie hatte sie es genossen im Gras zu liegen, seine Kühle zu spüren und die Erde darunter.

Ein altbekanntes fast vergessenes Gefühl war dadurch geweckt worden. Sicherheit, Ruhe und die Festigkeit des Bodens unter ihren Füßen.

Eine tiefe Dankbarkeit erfüllte sie, half es ihr doch mit der Situation und dem Schmerz in ihrem Herzen besser um zu gehen.

An ihren Armen kräusele sich im Wind sanft der feine Stoff ihres neuen Kleides.

Lange war es her, dass sie ein so wundervolles, sich harmonisch an ihre Gestalt schmiegendes Kleid tragen durfte.

Lage um Lage aus feinsten Stoffen mit der Farbe des Meeres. In Schönheit, Exklusivität und Praktikabilität reichte es an die Werke ihres Onkels heran.

Dort war es wieder, das Gefühl der Dankbarkeit.

Dankbarkeit für das offene Ohr und das Wort der werten Pandai, ob ihrer Freundlichkeit und Wertschätzung.

Nie würde sie ihre Geste auf der Insel nach diesem furchtbaren Gespräch über den verletzten Geist Kintaris vergessen, das Su Yi trotz all des Trainings der Etikette über ihre Grenzen nahe zur Verzweiflung gebracht hatte.

Nur ein paar Finger auf ihrer Schulter, nur ihre Präsenz neben ihr, ihr Blick der mit Leichtigkeit Su Yis Gesichtsverlust und ihre Tränen trug, auf ihr ruhte und sich nicht wie erwartet vom ihr ab wandte.

Auch wenn vielleicht Kintari nie die Tiefe dieser Geste verstehen könnte,  so wenig Erfahrung und Verständnis er für derelei Dinge haben konnte, so bedeutete diese Geste ihr die Welt.

Beim Streichen über den feinen Stoff lächelte sie leise.

Dieses Geschenk und die Gespräche wärmten ihr Herz, erfüllten sie mit Freude, gaben ihr Halt und die Kraft nach vorne zu schauen.

Während sie über den kleinen Beutel an ihrer Hüfte strich wurde ihr Lächeln breiter und ihr Sitz aufrechter.

Sie hätte nie gedacht in dieser so fremden Welt so viel Wärme, Freude und Herz zu finden.

Yulians Blick bei den tiefen Worten die er zu ihr sprach um anschließend trotz ihrer Konentrationslosigkeit jeden Tag mit ihr zu trainieren,  Mohinas ruhige Stimme als sie geduldig Stunde um Stunde von ihrer Heimat erzählte, bis ihre Ruhe in Su Yi's Herzen ankam, so dass sie wieder in der Lage war sich tiefer in sich zu versenken um sich dem Gefühl und dem Schmerz zu stellen.

Jeder freundliche Blick, jede Geste, jedes Wort der Crew, ihre Geduld und Wärme erfüllten Su Yis Herz mit Dankbarkeit und Freude.

Sie vertraute auf das Wort der werten Pandai. 

Kintari würde geholfen werden und sein Herz würde seinen Kreis finden.

Sie würde alles ihr mögliche für ihn für den sie wie für einen kleinen Bruder fühlte tun und vielleicht würde sie ja auch dieses neue befremdliche Gefühl während seiner Heilung verlassen. 

 

 

 

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natricislibri SuYi

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