Zeiten des Sturms

Sicherheit

Sein  Blick streifte  sanft die Kiste im hinteren Teil der kleinen Hütte. Er hörte von draußen das emsige  Treiben des Kilingentänzerchors, welches vor einigen Wochen abgestellt wurde, um die Sicherheit auf der Insel und deren Gewässern zu gewährleisten. Sie bauten ihre Zelte wieder ab. Klingentänzer, die Helden seiner Kindheit. Er wollte immer ein Klingentänzer sein, schon als Kind waren er und Anril von den fließenden Kampfbewegungen fasziniert. Wie oft standen sie im Garten, ahmten die Bewegungen nach und führten ihr Chor in die  siegreiche Schlacht. Nun war er einer von ihnen, aber es erfüllte ihn nicht mit Stolz oder Ehrgefühl, eher im Gegenteil es erstickte ihn. Alles erstickte ihn. Seid stolz ein Klingentänzer zu sein, sagte der Kapitän, als er ihn den Brief für Ronau übergab. Stolz, worauf…eine gute Frage?..dass er zu schwach war und nicht mehr dafür gekämpft hatte Barui zu verlassen….dass er die große Ehre hatte Admiral Ronau als  Lehrmeister zu haben…dass er als zweitbester die Akademie verlassen hatte…dass er Anril und seine Großmutter verraten hat, weil er zu schwach war… dass er nicht den  Mut hatte die Farce schon früher zu beenden. ..dass der Admiral für ihn wichtig ist, trotz der Dinge, die passiert sind…..dass er sich außerhalb der Mauern Baruis wie ein Fisch ohne Wasser fühlt, stetig erschöpft nach Luft ringend…Der Brief  wurde übergeben, nun lag es an Ronau, ob er ihn zurücknehmen würde oder nicht.  Er hoffte es. Auch wenn nur die Erinnerungen an sein Zimmer ihn mit großen Schmerz und Angst erfüllten, aber es war das Beste für alle Beteiligten. Er wäre in Barui weit weg von aller Emotionalität und könnte keinen mehr verletzen.  Er wäre dort wo er hingehört hinter starken Mauern. Lucaita könnte  sich neu orientieren und einen neuen Anwärter finden, der besser geeignet wäre als er. Alleine die Vorstellung Lucaita, Pandai und die Crew verlassen zu müssen. Sie nicht mehr sehen zu können, erfüllte ihn mit  großer Trauer,. Sein Herz zog sich zusammen und er fing an zu weinen. Lichter tanzten und wirbelten um ihn herum. Besser ein kurzer Abschied, als…..er hatte Anril versprochen es nicht zu tun, aber es war so schwer diese Versprechen einzuhalten. Alles was er liebte brach zusammen. , er wäre besser nie nach Arwingen mit SuYi gegangen. SuYi,  welch Blüte, wie gerne würde er ihr das geben was sie verlängt. Wärme und Nähe, aber alleine der Gedanke ihre Hand zu nehmen erfüllt ihn mit tiefster Dunkelheit und Verzweifelung. Er gehört nicht mehr in diese Welt, da war er sich sicher. Wut kam schwelend aus seinem Inneren hoch,  schnell nahm Hoffnungslosigkeit ihren Platz ein, er wusste nicht woher sie kam, aber sie war da. Je mehr er die Wut nicht verstand um so mehr verfing er sich in seinen Gedanken. Er schaute wieder zur Kiste, viel besaß er ja nicht. Daneben stand Anrils Kiste. Kintari öffnete sie vorsichtig und schaute hinein. Sein Herz pochte, dort lag sie seine Uniform. Seit er in Arwingen auf Anril getroffen war, hätte er sie nicht mehr getragen. Blaues Leder schimmerte im Licht, er strich sanft die Falten hinaus und nahm sie heraus.  Warm fühlte sich das Leder unter seinen Händen an. Wie sehr vermisste er seine Münze, es war alles viel klarer mit ihr.

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natricislibri Kintari

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