Zeiten des Sturms

Darstellende Kunst

Kintari drehte sich zu Anril um und hielt verschwörerisch die Faust hoch. Das Zeichen, dass alles glatt verlaufen würde. Anril lächelte und nickte, während er fast lautlos seine Position in der Kiste veränderte und das Zeichen erwiderte. Kintari zwinkerte ihm zu und legte sanft eine Decke über ihn. Dann schloss er vorsichtig die Truhe, bevor der Mechanismus jedoch einrasten konnte, schob Anril in letzter Sekunde von innen einen kleinen Keil hinein. Sie würden bald abgeholt werden, alles war gepackt, nur das Boot mussten sie zurücklassen, aber da würde sich in nächster Zeit bestimmt ein Ersatz finden. Schließlich war der Schlafraum wie er gehört hatte recht groß. Der große Tag auf den Beide seit Wochen hingearbeitet hatten war gekommen. Aufgeregt tänzelte Kintari im Zimmer herum. Freiheit und Freunde mit denen er und Anril große Abenteuer erleben werden. Er konnte es kaum abwarten. Jedoch musste er Ruhe bewahren, noch stand die Kiste mit Anril in seinem Zimmer. Er musste sich fokussieren, schnell, denn er hörte dumpfe Schritte den Gang hinunter. Er kniete sich auf den Boden, drapierte ein aufgeschlagenes Buch vor sichund wartete. Die Tür öffnete sich, Kintari schaute schüchtern hinter seinem kinnlangen Pony hervor und griff zaghaft nach seinem Buch. Der Kingentänzer stockte für einen kurzen Moment in seiner Bewegung, dann griff er an seinen Gürtel und schritt hinein. Es war ein junger Klingentänzer, wahrscheinlich einer aus den älteren Semestern. Ein leichtes Spiel. Der junge Mann räusperte sich und wollte gerade zu reden beginnen, als Kintari ihm stotternd zuvor kam: Ich…es tut mir leid…mein Buch ist hingefallen…ich werde sofort…Kintari griff zitternd nach seinem Buch und schaute den Mann mit großen Augen an. Dann erhob er sich,und salutierte pflichtbewusst: Kintari Gischtfänger meldet gehorsam, Zimmer aufgeräumt und geputzt, bereit in den Flügel der neuen Kadettenanwärter  umzuwechseln.Der Kadett war verwirrt das sah man ihm an, nur noch ein wenig mehr Überzeugung und der Plan würde aufgehen. Kintari setzte zum letzten , entscheidenen Schlag an. Er lehnte sich über die Kiste, nahm seinen Beutel und die Bücher, hielt kurz vor der Truhe inne, ließ den Kopf hängen und seufzte…nach einem Moment drehte er sich zum Kadett um und schaute unter seinem Pony hervor.Stille. Nach einigen Minuten bückte sich der Mann hinunter und fragte lächelnd:Alles in Ordnung junger Gischtfänger? Kintari  schniefte demonstrativ, biss sich auf die Lippe und schaute gequält zu Boden. Ich…stammelte er…ich weiß dass  ich nichts in den Flügel mitnehmen darf, aber die Truhe ist das letzte was ich noch von Meiner Familie habe. . 

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natricislibri Kintari

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